WooCommerce Shop – Erfahrungen aus dem zweiten Betriebsjahr

Nachdem mein Erfahrungsbericht aus dem ersten Jahr so viel Interesse hervorgerufen hat und insbesondere in den letzten Woche immer mal wieder Nachfragen per Email und als Kommentar zum Beitrag reinkamen, möchte ich meinen Bericht auch über das zweite Betriebsjahr fortsetzen:

Inhalte

  • Highlevel-Betrachtung Oktober 2015 bis September 2016
  • Einsatz von Plugins und Services
  • Das Flatsome Theme
  • Fortschritte beim Einsatz von Trusted Shops
  • Schnittstelle zur Warenwirtschaft
  • Gedanken zur weiteren Entwicklung

Wenn Sie Fragen haben, scheuen Sie sich bitte nicht einen Kommentar zum Beitrag zu hinterlassen, oder mir eine Email an service@stofftaschentuecher.de zu schreiben, ich antworte Ihnen gerne.

Highlevel-Betrachtung Oktober 2015 bis September 2016

Im Oktober 2015, als ich den Artikel zum ersten Betriebsjahr schrieb, standen wir quasi vor unserem ersten „richtigen“ Weihnachtsgeschäft. Wir waren zu dem Zeitpunkt ein Jahr am Markt, hatten bereits eine vierstellige Kundenzahl gewonnen, waren aber dennoch (positiv) unsicher was uns im November/Dezember erwarten würde – das sind wir vor dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft übrigens wieder.

Im zweiten Jahr waren die Dinge schon deutlich eingespielter und nachdem wir ab November 2015 die ersten Aushilfen  angestellt haben, stand im zweiten Jahr nicht mehr die Technik und die Prozesse im Fokus, sondern eher das Miteinander arbeiten, die Abstimmung einzelner Personen und das saubere „am Laufen halten“. Um in diesen Modus zu wechseln war es eigentlich noch viel zu früh, dennoch war aus verschiedenen Gründen in diesem Jahr mehr nicht zu leisten. Eigentlich hätte ich gerne noch mehr Zeit in die Shop-(Weiter)Entwicklung investiert.

Gerade wenn man es wie wir macht und den Shop nebenberuflich betreibt kommt man häufig nicht so schnell vorwärts wie man gerne möchte, da ist es schon sehr notwendig sich zu fokussieren und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können (und anschließend auch die richtige Wahl zu treffen).

Einsatz von Plugins und Services

Betrachten wir mal den WooCommerce Shop näher: Eine Reaktion auf meinen letzten Artikel war das freundliche Angebot von Michael Firnkes (Marketpress) mich dabei zu unterstützen die verschiedenen Versionen von WordPress, WooCommerce und entsprechenden Plugins auf ein aktuelles Niveau zu bringen. Das hat mich sehr gefreut, weil es zu dem Zeitpunkt für mich ein Problem war, schlussendlich musste ich seine Hilfe nicht in Anspruch nehmen, weil ich dann in einer Testumgebung noch mal einen Updateversuche gewagt habe und erfolgreich war. Ich mache auch nicht mehr jeder Update sofort mit, sondern warte nach Veröffentlichung einer neuen Version durchaus noch mal ein paar Tage, außer er handelt sich um ein Security-Update, das geht sofort rein.

Das Problem auseinander laufender Versionen oder Inkompatibilitäten zwischen WordPress, WooCommerce, Plugins und Themes hatte ich im vergangenen Jahr übrigens nicht. Ob das jetzt Zufall war oder gesteuerte Qualität, das kann ich leider nicht genau sagen. Grundsätzlich bleibt das Thema aber auf meiner Risikoliste für den Betrieb meines WooCommerce Shops.

Plugins für WordPress Staging

Neu hinzugekommen sind zwei Plugins, die mich darin unterstützen werden eine separate Testumgebung pflegen zu können. Es handelt sich dabei um WP Staging und BackWPup. Ersteres erzeugt per Klick eine Staging-Kopie der Produktions-Instanz und Zweiteres hilft dabei vorab zügig ein BackUp anzulegen, für den Fall das etwas schief geht.

WooCommerce und Google Shopping

Bestimmte Produkte bewerben wir auch über bezahlte Anzeigen in Google Shopping. Damit wir keine manuellen Aktualisierungen im Google Merchant Center vornehmen müssen, setzen wir seit ein paar Monaten das kostenpflichtige Plugin Woogle ein, dieses synchronisiert die Daten automatisch.

Darüber hinaus hat sich am Einsatz unserer Plugins wenig geändert, die wichtigsten hatte ich ja bereits im ersten Artikel aufgezählt.

Das Flatsome Theme

Das Flatsome-Theme ist ein sehr flexibles E-Commerce WordPress-Theme und gehört auf Themeforst.net zu den absoluten Bestsellern. Aktuell erschien Version 3, die wir aktuell jedoch noch nicht produktiv einsetzen. Mit Version 2 haben wir damals eigentlich genau den Punkt getroffen, den wir suchten. Es bietet uns sehr flexible Möglichkeiten des Shop auch ohne Webdesigner zu gestalten. Wir wollen hier noch weiter gehen, deshalb werden wir die Version 3 auch in den nächsten Wochen antesten und uns ein Bild machen (der Grund warum ich eine WordPress Staging eingerichtet habe).

Das Flatsome Theme ist für mich tatsächlich eines der besten WordPress-Themes für WooCommerce Shops, da die Entwicklung sehr gut darauf abgestimmt ist und die Köpfe hinter dem Flatsome Theme ein klares Bild von guter Bedienbarkeit und Ästhetik eines Web-Shops haben. Das ist bei vielen anderen Themes nicht so ausbalanciert, sondern bei den einen ist das Design großartig, aber die Bedienung kompliziert, bei vielen anderen andersherum. Auch im Hinblick auf die Performance ist das Flatsome Theme keine Bremse, sondern unterstützt die flüssige Bedienung des Shops durch den Benutzer.

Noch nicht ganz ausgereift finde ich in Version 2 die mobile Version der Webseite, die Darstellung ist zumindest auf einem iPhone noch nicht ganz so optimal in Bezug auf den Kaufprozess, das grundsätzliche Design ist durchaus ok.

Fortschritte beim Einsatz von Trusted Shops

Einen klaren positiven Beitrag der Kundenbewertungen zum Kaufverhalten der Shopbesucher kann ich immer noch nicht feststellen, dennoch glaube ich weiterhin, dass sichtbare Kundenbewertungen einen Einfluss auf das Kaufverhalten haben. Wir konnten unser Bewertungsniveau über das Jahr recht konstant hoch halten, was nicht bedeutet, dass das Jahr kritiklos an uns vorüber ging. Beschwerden haben wir versucht immer zu Gunsten der Kundin bzw. des Kunden zu lösen, und sich eigentlich nie an den Punkt gekommen wo eine Situation eskalierte. Wenn man miteinander redet lassen sich die meisten Dinge i.d.R. sehr schnell klären. Außerdem versuchen wir aus jeder Beschwerde eine konkrete Maßnahme zur Verbesserung unseres Angebots abzuleiten.

Was ich schwierig finde: Anders als im ersten Jahr waren die Kunden im zweiten Jahr nur sehr schwer dazu zu bewegen Bewertungen abzugeben. Paketbeileger haben uns gar keinen Erfolg gebracht, wenn etwas Erfolg hat, dann nur die persönliche Ansprache, die aber datenschutzrechtlich nur in sehr engen Grenzen möglich ist, bzw. wofür man sich vorab die Genehmigung des Kunden einholen muss.

Die letzten Monate haben wir einfach mal abgewartet wie viele Kunden aus dem Angebot von Trusted Shops, den Einkauf abzusichern, heraus eine Bewertung abgeben und die Anzahl ist leider verschwindend gering. Darüber bin ich sogar ehrlich gesagt sehr enttäuscht. Man muss aus meiner Einschätzung heraus dann schon eine vierstellige Zahl an abgesicherten Bestellungen pro Monat abwickeln, um eine „brauchbare“ Anzahl von Kundenbewertungen zu erhalten. Oder eben die eindeutige Zustimmung des Kunden einholen ihn nach dem Einkauf mit einer Bewertungsanfrage „belästigen“ zu dürfen. Ich habe es noch nicht probiert, aber hier werden wohl die wenigsten Kunden aktiv zustimmen, wenn sie sich die Email ersparen können.

Schnittstelle zur Warenwirtschaft

Mit dem Shop so wie er heute läuft werden wir sicher im Hinblick auf weiteres Wachstum noch einige Zeit zurecht kommen. Wir haben sicher noch nicht alle Finessen von WooCommerce ausgereizt und könnten manche Dinge, die wir heute sehr hemdsämelig tun eleganter erledigen. Dennoch spielt die Anbindung des WooCommerce Shop an eine Warenwirtschaft bereits eine Rolle in meinen Gedanken, denn je mehr Mitarbeiter in der Abwicklung beteiligt sind, desto eindeutiger sollten die Prozesse sein und um so weniger kann sollte man darauf setzen, dass alles durch gesunden Menschenverstand seinen richtigen Weg finden wird.

Immer wieder recherchiere ich deshalb, ob es zur Verbindung WooCommerce mit einer Warenwirtschaft Neuigkeiten oder sogar Best Practices gibt. Bis Mitte diesen Jahres habe ich allerdings keine positiven Überraschungen gesehen, in den letzten Wochen bin ich nicht mehr dazu gekommen mich entsprechend zu aktualisieren – wenn da jemand einen Tipp hat, wäre der wirklich sehr willkommen!

Gedanken zur weiteren Entwicklung

Unser Angebot wird angenommen, viele Kunden sind sehr glücklich über ihre neuen Stofftaschentücher, aus Kritik versuchen wir konkrete Maßnahmen zur Verbesserung abzuleiten, man könnte sagen: „So weit so gut“. Mein wichtigstes Anliegen im kommenden Jahr wird aber sein, wieder Zeit für die inhaltliche Weiterentwicklung des Shops zu finden und hier Zeit in Konzeption und Aufbau neuer Inhalte zu investieren. Wir haben hier sicher schon manches richtig gemacht, das würde wir gerne ausbauen und insgesamt auch ein noch höheres Level heben.

Bin gespannt was ich im September 2017 an dieser Stelle zu erzählen habe.

Andreas Gerads

Ich bin Inhaber von Stofftaschentücher.de und meine Leidenschaft gilt guten Stoffen und handwerklicher Verarbeitung. Wenn Sie Fragen an mich haben, erreichen Sie mich gerne per Email oder Telefon.

2 thoughts on “WooCommerce Shop – Erfahrungen aus dem zweiten Betriebsjahr

  1. Leni says:

    Hi Andreas, schöner Bericht. Wir überlegen gerade auf das Flatsome Theme umzusteigen, ihr scheint ja keine Probleme für den deutschen Shop gehabt zu haben. Das ist ermutigend. Auch mit Warenwirtschaftssystem haben wir uns beschäftigt und werden wohl Weclapp nehmen. Das ist ein deutscher Anbieter. Kennst du den schon?
    Viele Grüße Leni

    • Andreas Gerads says:

      Hallo Leni,
      Weclapp habe ich mir mal oberflächlich angesehen, bin aber nicht intuitiv damit zurecht kommen – werde ich noch mal intensiver einsteigen müssen. Insgesamt habe ich noch keine ERP-Lösung für WooCommerce gesehen, die mich auf Anhieb überzeugt hätte.
      Viele Grüße
      Andreas

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